Explosion.
Januar 12, 2012
Ich denke oft lange nach, bevor ich etwas sage. Manchmal sag ich es dann auch gar nicht. Wenn es um ernste Dinge geht halt. Ich kann mich schon normal unterhalten mit meinen Freundinnen.
Aber wenn mir etwas nicht passt, wenn mir ein Thema am Herzen liegt, wenns mich quält. Dann denk ich darüber nach, welche Worte soll ich wie aneinanderreihen. Wie werde ich am besten verstanden, stundenlang kann ich in meinem Kopf einen Satz vorsagen. Aber er kommt nicht raus. Wenn es dann so weit ist, verstummt mein Mund. Plötzlich kommen mir meine Gedanken unnötig vor. Ich will keine Streit, ich werd diese Sache schon mit mir alleine lösen. In meinem Kopf. Dort wo die Wörter hinverschwunden sind.
Hin und wieder, ganz selten kommt es aber doch vor und in letzter Zeit immer häufiger. Ich spreche. Wut sammelt sich in meinem Körper. Mir wird heiß und kalt und ich spüre so viele Emotionen gleichzeitig, dass ich aufspringen muss, herumgehen, laufen, schreien, wieder hinsetzen nachdenken. Ich hab das Gefühl zu explodieren. Es muss einfach raus. Ich will gehört werden. Ich setz mich hin und schreibe. Was mir in den Kopf kommt. Verletzend oft. Wie ich mich fühle. Grauenhaft. Die Hälfte des Textes wird wieder gelöscht. Neue Wörter. Aber mein Atem hat sich beruhigt. Ich weiß wieder wo ich bin. Was mich aufregt. Ungeahnte Gedanken und Gefühle ebben langsam wieder ab. Ich schreib aber weiter. Lösch wieder weg. Es tut trotzdem gut. Dann drück ich auf “senden”.
Unverständliche Wörter unvollständige Sätze. In meinem Kopf machen sie Sinn.
Ich bereue nicht. Ich will mich nicht entschuldigen.
Aber mir war das Schweigen lieber. Zu schreiben nur für mich. So wie jetzt.