vivo

Januar 5, 2012

Ich schreibe jetzt für mich.
Was ich mir gerade denke?

Die Leute sind heute unhöflicher als sonst. Liegt das am Wetter? Es regnet, Anfang Jänner und ich hab noch keinen Schnee gesehen.
Stimmt nicht, ein paar Flocken, vor zwei Wochen. Ist diese Nacht wirklich schon so lange her? So viel Zeit ist vergangen.
Es war vielleicht alles nur Einbildung. Wem nützt es denn jetzt noch, in 23 Tagen bin ich weg. Für immer. So wie du mich kennst wird es mich nicht mehr geben. Dieser Gedanke stört mich nicht. Warum auch? Wer bist du überhaupt? Ich kenne dich nicht. Und ich bin nicht verliebt. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Anziehung oder so nennt man das.

Mein Leben hat vor kurzem neu begonnen. So fühlt es sich zumindest an. Ich hab davor auch gelebt. Aber alt. Jetzt ist es neu. – Was sich verändert hat?
Ziemlich viel.Oder eigentlich gar nichts. Aber darüber möchte ich nicht schreiben. Mir geht’s ganz gut so. Wenn ich nicht will dann tu ichs auch nicht. Und was ich will das tu ich auch. Soweits halt geht. In letzter Zeit gehts ziemlich weit. Mir ist bewusst dass das Leben nicht so ist. Aber meines schon. Im Moment zumindest.

Es fühlt sich so an wie in einer Blase. Sie wird platzen. Ziemlich bald. genaugenommen in 23 Tagen. Warum ich das weiß? Weil ich dann weg bin. Dann kommt was Neues. Ein neues Ich. Das muss dann Spanisch sprechen und alleine zurecht kommen in einer fremden Welt. Angst hab ich davor nicht. Ich freu mich darauf. Nur mein neues Leben hier zurückzulassen mag ich nicht. Aber ohne diesem Zeitrahmen, diesem einen Ablaufdatum wäre mein Leben hier auch nicht das was es ist. Ich weiß nicht wer ich dann wäre. Ich wills aber auch gar nicht wissen. Darüber denke ich nicht nach. – Dieses Ablaufdatum macht vieles möglich. Außerdem hat es  mich aus einem Loch geholt, es war sehr tief und alleine hätte ich nicht mehr herausklettern können. Ich wollte aufstehen, die Arme in den Himmel strecken. Am Anfang hab ich aber nicht einmal die Sonne l gesehen. Nur schwarz rundherum. Kein sehr schönes Gefühl. Doch dann habe ich ihn gesehen. Diesen Tag mit all seinen Möglichkeiten. Und ab dann hat die Sonne wieder geschienen . Und das Loch ist auch verschwunden. Eine Narbe ist geblieben.

Mein Herz gehört jedenfalls wieder mir. Nur mir. Ich wills gar nicht teilen. Manche Menschen lasse ich noch weiter hineinschaun. Andere nicht mehr, aber ganz rausschmeissen kann ich niemanden.  Zumachen aber, das kann ich. “Herz, aufgrund eines plötzlichen Trauerfalles geschlossen”
Es muss erst wieder restauriert werden. Von mir. Das kann noch dauern. Bis dahin geht’s mir gut!

Wie also schon gesagt keine Liebe. Nur Einbildung. Wünsche, Träume, Hoffnungen. Wobei von Letzterem immer weniger. Damit würde ich gerne Schluss machen. Manchmal zumindest. Aber im Grunde ist es doch ein schönes Gefühl.

Du wirst dich schon angesprochen fühlen wenn du das hier liest, und du auch, oder du. Denn für dich schreibe ich. Ein Gefühl reicht. Ein Blick. Du wirst es wissen. Und doch nie lesen. Aber du vielleicht. Weißt du noch das es mich gibt? So, hier, offen, ehrlich…. ? Da ist die Hoffnung wieder.
Und du weißt schon. Du bist für das Loch verantwortlich gewesen. Aber auch für so vieles mehr. Danke dafür. Für beides. Für die Narbe und alles andere.

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